Presse

ArtEvent 2011 - Vacat

Hof und Hofgebäude in 14513 Teltow, Breite Str. 28
23.5. – 5.6. 2011


Zum 11. Mal lädt die Künstlergruppe ArtEvent ein - in diesem Jahr unter dem Titel VACAT. Wer ein Buch in die Hand nimmt, aufschlägt und mit der Lektüre beginnen möchte, hat zunächst eine weiße Seite vor sich. Buchdrucker nennen sie "vacat". Für die Mitglieder des ArtEvent wird daraus der Impuls für eine erweiterte philosophische Fragestellung. Geht jedem gelungenen Anfang Leere voraus? Wie lässt sich Leere gestalten? Und kann sie vielleicht sogar so besetzt werden, dass für den Betrachter selbst Abwesendes noch mitschwingt?

           VACAT - oder 19 Versuche die "Leere" zu gestalten


Hartmut Sy ohne Titel Edelstahlskulptur
Der Berliner Bildhauer Hartmut Sy bereichert das ArtEvent 2011 als Gastkünstler. Er schafft raumgreifende Skulpturen aus Edelstahl und verzinntem Messing, oft in Verbindung mit Pflastersteinen. Die von ihm geschweißten oder gelöteten Metallstäbe "umschreiben" Würfel/Quader/Balken, füllen sie aber nicht aus. Das Spannungsverhältnis zwischen Leere/Bewegung/Transparenz und Fülle/Starre/Materie ist Thema vieler seiner Arbeiten.

Frauke Schmidt -Theilig "Scheinbar Präsent" Drahtgeflecht
Vor Ort entstanden die beiden Beobachter aus Draht für die vorgefundene Treppe. Das lockere Drahtgeflecht lässt Raum für Fantasie.

Steffen Trodler "Voller Leere" Rauminstallation
Sie sind eingeladen diesen Raum zu betreten - bitte ziehen Sie nicht an den Stoffbahnen. Steffen Trodler fragt, wie sich Leere darstellt. Ist sie wahrnehmbar? Ist die Leere gleichzusetzen mit dem Nichts? Sein leerer Raum ist begrenzt durch das Gegenteil, durch die Fülle. Diese Gegensätze stehen in Abhängigkeit zueinander - sie bedingen einander. Wie definiert sich die Schnittstelle zwischen beiden Zuständen? Kann es zur Verschmelzung dieses Kontrastpaares kommen? Steffen Trodlers Installation macht die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erfahrbar.

Michael M. Heyers 3 X "Der Kreis" Holz, Leinwand, Öl
Der Kreis ist die bescheidenste Form, aber rücksichtslos behauptend, präzise, aber unerschöpflich variabel, stabil und instabil gleichzeitig, eine Spannung, die zahllose Spannungen in sich trägt. ( Wassily Kandinsky)

Anke Fountis "Die Sternennacht von Vincent van Gogh" Bildbeschreibung in Brailleschrift
Etwas fehlt. In ihrem Bild von der Sternennacht geht Anke Fountis sehr weit. Sieht der Blinde mehr als der Sehende? Was sieht der Sehende, wenn er sieht? Die Unermesslichkeit dessen, was außerhalb unserer Wahrnehmung existiert - eine gigantische "Leer"stelle.

Anke Mühlig "Unfassbare Wahrheit" Papierraum, akustische Installation
Anke Mühlig richtet die Aufmerksamkeit auf das, was mit Worten nicht gesagt wird und stattdessen zwischen den Zeilen steht. Ihre Papierinstallation aus zerschnittenen Texten legt nahe, dass Buchstaben zwar versuchen, einen Inhalt in Fesseln zu legen, dass sich die Wahrheit aber nicht knebeln lässt und stattdessen zwischen den Zeilen hervor lugt.

Andreas Theurer "Der relative Raum" Bronze
Was der relative Raum sichtbar macht, ist die Sicht des Betrachters.

Frauke Schmidt -Theilig "Teilung zum Ganzen" Fotocollage
Frauke Schmidt-Theilig nimmt mit ihren Fotocollagen das Thema VACAT wörtlich. Sie hat die leeren Plätze der Teltower Altstadt bemerkenswert eigenwillig dargestellt.

Anke Fountis "Bank" Installation
Anke Fountis will mit ihrer Klanginstallation eine Irritation der Wahrnehmung hervorrufen: Das Auge sieht nicht, was das Ohr hört.

Beate Lein- Kunz "TAO" Installation aus Rattanstäben, Lehmziegeln, Erde
Ein Raumkörper aus Rattanstäben umhüllt das TAO. In der Dualität ist die Leere nicht einfach nur Nichts. Sie vibriert vor Möglichkeiten und enthält das absolute Potential.

Hartmut Sy "Gedenksockel" Straßenpflaster und Lehm
In Teltow entstand der Gedenksockel. Mit dieser Arbeit beschreitet Harmut Sy einen neuen, auch biografischen Weg.

Frauke Schmidt -Theilig "Non Curo" Acryl auf Plane
In ihrer großformatigen Arbeit verwendet Frauke Schmidt-Theilig Worte einer Sprache, die nicht jeder versteht, Worte, die uns zunächst sinnentleert gegenüberstehen und eine "Leerstelle" im Kopf erzeugen. Erst die Übersetzung füllt diese gedankliche Leere.

Andreas Theurer "Thron" Eiche, gebeizt, bemalt
Der Thron ist ein Platz für den Menschen. Nicht für den Körper, sondern für den Geist - für eine bewegte Gedankenwelt.

Jessi Kobek "Schrank - Geschichten erleben" Installation
Jessi Kobek betrachtet die "Leere" als eine Art Tor zu etwas bisher Verborgenem. Dahinter öffnet sich ein Universum von Geschichten. Das weiße Blatt, die nackte Wand oder eine Schranktür sind scheinbar im Wege stehende Abgrenzungen. Wer sie überwindet, darf die vorgefundenen Inhalte verändern, hinzufügen, wegnehmen, neu ordnen. Die Variationen sind unendlich, das Ende ist offen…

Julia Ehrt "Freie Landschaft" Legung aus Steinen
Julia Ehrt schafft mit ihrer Legung ein unbesetztes Plätzchen, ein liegendes Bild, das zur Oase in der dicht bebauten Innenstadt wird. Vacat - hier ist es eine Anordnung von weißen Steinen, die einladen, sich darauf zu legen oder sie zu besetzen und von dort die Umgebung, die Bekunstung oder gar den freien Himmel zu betrachten.....

Eberhard Trodler "Was ist Kunst?" Installation, Bilderrahmen und Bildhauerstativ
Machen Sie sich selbst ein Bild!

Michael M. Heyers "Unendliche Leere über uns" Eisen, Farbe, Seil
Der freie Himmel ist auch das Ziel der fünf Fassadenkletterer, die Michael M. Heyers an der großen Brandmauer zum Nachbargrundstück installiert hat. Die Kletterer führen unseren Blick nach oben in die unendliche Weite des Himmels und bieten Zeit zum Nachdenken und Phantasieren.

Emma Maria Lange "Versunken"- "Ganz bei sich"- "Vorbei" verschiedenfarbiger Ton
Emma Maria Lange zeigt drei ihrer charakteristischen Ton- Skulpturen auf Steinsockeln. Die Figuren verweisen in ihrer Gebärde auf die Leere. Emma Maria Lange beschäftigt sich mit der Frage, wie Körpersprache "Leere" darstellen kann.

Helma Hörath "Schein" Installation
Wenn das menschliche Auge im Moment nichts sieht, bedeutet es nicht, dass da wirklich nichts ist. Mit solch einer scheinbaren Leere spielt Helma Hörath unter der alten Kastanie. Die Goldfäden, die sie aus der Krone des Baumes fallen lässt, spürt man womöglich zuerst, bevor sie sichtbar werden.